Sim-Rig-Aufbau: Sitztyp & Befestigung
Bevor die genauen Winkel deiner Klasse zählen, entscheiden zwei Dinge an deinem Sitz, welche davon du überhaupt verstellen kannst: welche Bauart der Sitz hat und wie er befestigt ist. Diese Seite erklärt beides — und wie du dein Rig so fotografierst, dass die Messung stimmt.
Sitztyp: Recliner oder Bucket


Ein Recliner hat eine verstellbare Rückenlehne — du kannst die Oberkörperneigung direkt ändern. Ein Bucket ist eine starre Schale mit festem Lehnenwinkel; bei einem Bucket lässt sich die Oberkörperneigung nur durch Kippen des ganzen Sitzes ändern.
Sitzbefestigung: winkelverstellbar oder fest


Eine winkelverstellbare Befestigung lässt dich den ganzen Sitz kippen, was Oberkörperneigung und Kniehöhe zugleich ändert. Ein fest waagerecht montierter Sitz hat keine dieser Verstellungen — bei einem festen Bucket ist die Oberkörperneigung gar nicht einstellbar, und der einzige Ausweg für eine liegende Klasse ist, auf eine winkelverstellbare Halterung aufzurüsten.
Welche Verstellung welchen Winkel ändert
| Stellschraube | wirkt auf | vorhanden bei |
|---|---|---|
| Rückenlehne | Oberkörperneigung | Recliner-Sitz |
| Montagewinkel | Oberkörperneigung und Kniehöhe zugleich | verstellbare Befestigung |
| Sitzabstand | Reichweite zu Pedalen und Lenkrad (Knie & Ellbogen) | Rig-abhängig |
| Pedalhöhe | Hüftwinkel (über die Kniehöhe) | Rig-abhängig |
| Pedalabstand | Kniewinkel | Rig-abhängig |
| Lenkradhöhe | Lenkradhöhe / Schulterwinkel | Rig-abhängig |
| Lenkradwinkel | Ellbogenwinkel und Handhaltung | Rig-abhängig |
Stell in dieser Reihenfolge ein: zuerst den Sitz (Montagewinkel, Lehne, Sitzabstand), dann die Pedale (Höhe und Abstand), dann das Lenkrad (Höhe und Winkel) — sonst verstellst du denselben Winkel zweimal. An den meisten Rigs wird der Hüftwinkel über die Pedalhöhe erreicht, bleibt also in jeder Kombination einstellbar.
Allgemeine Tips
In erster Linie muss es sich für dich bequem anfühlen — so, dass du ohne Schmerzen längere Stints fahren kannst. Die Tipps und Zielwerte hier sind kein Selbstzweck, sondern geben dir eine gute Orientierung und Starthilfe.
- Handgelenk-Test (Reichweite) — Rücken an die Lehne, Arm gerade nach vorn ausstrecken: Das Handgelenk sollte oben auf dem Lenkradkranz aufliegen. Beim Griff auf 9 und 3 ergibt das von selbst den leicht gebeugten Ellbogen.
- Schultern an der Lehne — beim Greifen bleiben die Schultern an der Lehne. Musst du sie nach vorn ziehen, sitzt du zu weit weg.
- Restbeugung im Knie — bei voll durchgetretener Bremse bleibt das Knie leicht gebeugt; ein ganz durchgestrecktes Bein kostet Kraft und Gefühl am Pedal.
- Lenkradhöhe — die Radoberkante liegt etwa auf Schulterhöhe (Straße, GT, Rallye) bzw. Richtung Augenhöhe (Formel, Prototyp).
- Kopf im Lot — der Kopf steht entspannt über den Schultern, der Blick geht geradeaus; nicht in den Nacken gelegt, nicht vorgeschoben.
- Pedalneigung — gerade bei Rennklassen sollten die Pedale zu dir geneigt sein um eine entspannte Fußhaltung bei Vollgas zu erhalten.
- Schaftverlängerung — falls deine Knie an die Lenkradbasis stoßen kannst du dir mit einer Schaftverlängerung helfen und so den Abstand zwischen Knie und Lenkradbasis vergrößern.
So fotografierst du dein Rig
SimPosture misst deine Winkel aus einem einzigen Seitenfoto. Stell die Kamera seitlich neben dein Rig, nimm deinen ganzen Körper von Kopf bis Fuß auf, halte die Kamera gerade statt gekippt und mach das Foto in deiner normalen Sitzposition, die Hände auf 9 und 3 und ein Pedal voll durchgetreten. Mehr braucht es nicht, um deine Position zu bewerten und dir zu sagen, was du ändern solltest.